, Marius Schmidt

Tüfels Chilen via Schauenberg

Tüfels Chilen via Schauenberg

 

 

Die wahren Schönheiten der Trails erschliessen sich nicht bei Sonnenschein 

 

 

Fünf unerschrockene Biker haben sich trotz des nicht ganz optimalen Wetters und früher Stunde am Samstagmorgen zusammengefunden, um die erste offizielle BTW-Tagestour der Saison in Angriff zu nehmen. Ob die geringe Teilnehmerzahl der Vorahnung des Wetters geschuldet war oder einfach nur der frühen Uhrzeit, wer weiss. In jedem Fall haben alle, die nicht dabei waren ein tolles Erlebnis verpasst. Es gab anspruchsvolle und flowige Trails zu erfahren, auf denen ausser uns kein Mensch unterwegs war. So konnten wir ganz für uns den Schlamm durch die Gegend spritzen lassen und uns an der schönen Natur erfreuen, die Regen ja dringend nötig hat. Ausser einigen wenigen Spaziergängern mit Hund auf den Forstwegen haben wir niemanden angetroffen.

Gestartet sind wir kurz nach 8 Uhr ab Schulhaus Aegelsee bei in diesem Moment gerade trockenem Wetter und recht angenehmer Temperatur. Die ersten Tropfen nach der Aufwärmphase haben uns noch nicht beeindruckt, die dann folgenden Schauer veranlassten dann aber doch zum Anziehen der Regenjacke. Dieses anlegen und abziehen hat uns noch eine Zeit lang begleitet. 

Im Restaurant Schauenberg gab es dann kurz nach neun Uhr Heissgetränke und warme Nussgipfli. Allzu eilig hatten wir es nicht dieses sehr empfehlenswerte Restaurant (schöne Gaststube und sehr aufmerksamer Service) wieder zu verlassen. Das sehr gefragte Wetterradar von Meteo Schweiz hatte letztlich verdeutlicht, dass noch längeres Warten auch nicht zu weniger Erfrischung von oben führen würde. Dass es zum Glück nach beiden Pausen zunächst wieder ganz ordentlich aufwärts ging, war der Klimatisierung des Körpers in den nicht ganz trockenen Kleidern doch sehr hilfreich.

Nun kamen die schönsten Abschnitte der Tour: Zunächst zur Burgruine Schauenberg, wo es das erste Gruppenselfie gab. Die Aussicht trotz durchziehender einzelner Wolken war spektakulär. An Ober- und Unterschlatt vorbei ging es dann in das Röhrlitobel mit seinem langen , flowigen Trail. Gebremst wird die Fahrt nur durch die Treppe am Wasserfall bei Giessen. Kurz danach stand dann die nächste Tragepassage an: Tüfelschilen. Dieser „Kraftort“ ist ausgestattet mit einem neuen Grillplatz und bei schönem Wetter bestimmt gut besucht. Die dort angeblich wirkende Kraft hat allerdings nicht unmittelbar auf uns gewirkt, das kurz darauf folgende Mittagessen hat da deutlich bessere Dienste getan. Sehr zufrieden mit dem ersten teil der Tour gab es in einer gemütlichen Beiz („Linde“) in Oberlangenhard (dort waren wir dann sogar nicht mehr allein) gab es die verdiente Stärkung.

Dank Wetterradar wurde die Mittagspause dann etwas verlängert, um einen ausgedehnten Regenschauer abzuwarten. Es ging dann wie bereits am Morgen erstmal wieder aufwärts, was die notwendige Körper-Erwärmung zwar förderte, aber das reichhaltige Essen den Drang nach oben doch bei mir zunächst etwas gebremst hat. Die weitere Rückfahrt lief dann nahezu trocken ab, zumindest von oben kam kaum noch etwas. Es gab noch ein paar coole Trails und einige Anstiege, letztlich sollten ja gut 1‘300 hm zusammenkommen. 

Zwangspausen mussten wir noch aufgrund insgesamt dreier Platten einlegen: Armin und Urs hat es synchron erwischt, ich war ein wenig später dran. 

Weitere Zwischenfälle gab es zum Glück keine. Nach der Rückkehr von einem Waldtrail auf den Forstweg wurde die anschliessende Frage von Armin „Wo sind wir hier?“ von Urs sehr präzis mit „Auf dem Weg“ beantwortet. Damit war auch das geklärt und wir konnten den restlichen Rückweg unbeschwert bewältigen.

Die Tour-Zeitplanung ist fast aufgegangen, die drei Pannen auf dem Rückweg haben uns natürlich etwas aufgehalten. Trotzdem waren wir gegen 15 Uhr zurück in Wilen. Für mich als noch neues Mitglied immer wieder faszinierend zu sehen wie schnell Defekte repariert sind und wie super hilfsbereit immer alle sind. 

Eine super Tour, die man auch bei trockenen Verhältnissen machen könnte, aber im Zustand wie heute haben sich die Qualitäten der Trails so richtig entfalten können. 

Vielen Dank an Urs für die perfekte Planung und an die Hilfsbereitschaft von allen.