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Genussskitour auf den Garmil

Christoph 03.03.2013

Das Wetter war kalt in den letzten Tagen, es schneite immer wieder im Fürstenland und im Toggenburg, selten konnte man die Sonne sehen. Am Samstag um 7:00 Uhr trafen sich Sepp, Chrigel, Dan, Pius, Markus, Christoph und Armin an der Stopbox. Einmal mehr herrschte Hochnebel. Die Chance, die Sonne am diesen Tag zu sehen, war gering. Dennoch hatten alle ihre Skitourenausrüstung dabei, um der Sonne entgegenzugehen. Chrigels Firmenbus diente als Transportauto. Skis, Stöcke, Schuhe, Schaufeln und Rucksäcke wurden darin verstaut. Wurde aber wirklich alles eingeladen? Hatte jeder seine sieben Sachen dabei? Wie sich später herausstellen sollte, wurden diesen Fragen zu wenig Beachtung geschenkt!

Aufgeteilt in zwei Fahrzeuge ging es über St. Margarethen Richtung Sargans, immer schön durch den Nebel. Einmal konnte man kurz die Sonne erahnen und Daniel meinte sofort, dass wir wohl den ganzen Tag Sonne hätten und die Nebelkette bald durchbrechen würden... "Die Hoffnung stirbt zuletzt", konnte man aus den Gesichtern der Mitfahrer lesen. Die Schneeverhältnisse schienen bei ihm nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Kurz nach der Autobahnausfahrt wurde eine Kaffeepause in einer nahegelegenen Gaststätte eingelegt, damit die Tour frisch gestärkt in Angriff genommen werden konnte. Eine schmale Strasse führte uns zum Startpunkt. Es schneite, die Strasse war schneebedeckt und die Mitfahrer erkundigten sich bereits nach Schneeketten...

In einer Haltebucht am Strassenrad wurden die Autos abgestellt, während es in dicken Flocken weiterschneite. Alle begannen die Fälle aufzuziehen und die Skischuhe anzuschnallen. Nur Daniel suchte erstaunlich lange in Chrigels Bus nach seinen Skischuhen. Der Bus wurde auf den Kopf gestellt, doch die Schuhe wollten trotz intensiver Suche einfach nicht auftauchen. Er musste sie wohl beim Umladen in den Bus in seinem Auto vergessen haben... Daniel entschied sich also gezwungenermassen zu einem ausgedehnten Spaziergang. So waren es nur noch sechs, die die Tour anpackten. Zum Glück war Dan sowieso das Wetter wichtiger als der Schnee...

Auf einen breiten Feldweg erklommen wir die ersten Höhenmeter und durchliefen eine tief verschneite Winterlandschaft, fast wie in einem Märchen. Dank der mässigen Steigung hatten wir immer wieder Zeit für einen Schwatz und spazierten entspannt nebeneinander. Der Weg wurde schmaler und steiler. Selbst mit dem Bike wäre dieser Singeltrail-Abschnitt eine Herausforderung gewesen. Der dichte Wald ging zu Ende. Der Nebel war nun unter uns, über uns lachte die Sonne, strahlendblauer Himmel – wirklich ein Märchen! Armin spurte immer wieder eine neue Genusslinie für uns vor. So fror er wenigstens nicht mit uns Pläuschlern. An einem schönen Fleckchen mit herrlicher Aussicht auf die umliegenden Berge war z'Nüni-Pause. Kritisch wurde die Schneequalität geprüft, aber schnell kamen wir einstimmig zum Ergebnis, dass dieser heute einfach traumhaft war: locker und super flockig. Welch ein Genuss würde diese Abfahrt werden! Nach dem Päuschen ging es weiter, breite Hänge nach oben. Nun liefen wir wie aufgereiht an einer Perlenschnur.

Als wir das Ziel sehen konnten, zog Armin das Tempo an. Den Gipfelhang erklommen wir schliesslich sozusagen im Sprint. Zum Glück waren wir alle durchs Spinning konditionell bestens vorbereitet. Das Gipfelkreuz wurde immer deutlicher erkennbar. Um 12:27Uhr standen wir schliesslich alle auf dem Garmil, dem 2003 m.ü.M. hohen Gipfel der diesjährigen - wieder perfekt geführten - Skitour. Nichts, keine Wölkchen trübte den Blick. Alle waren froh, dem Getümmel auf der Piste entgangen zu sein, sahen wir doch lieber das rege Treiben im Skigebiet Pizol vom Gipfelkreuz aus. Armin erklärte uns noch die umliegenden Gipfel des beeindruckenden Bergpanoramas. Nach dem obligatorischen Gipfelschnaps und dem Gipfelfoto machten wir uns bereit für die Abfahrt. Dieses Jahr wurde genau geprüft, ob auch wirklich alle Teeflaschen eingepackt waren. Bei der Abfahrt staubte der Schnee bei strahlendem Sonnenschein. Jauchzend wie ein paar Kinder fuhren wir ins Tal. Der Gipfelhang war zum Runterfahren so perfekt, dass wir wieder hochgelaufen wären, wenn nicht, ja wenn nicht Dan unten auf uns gewartet hätte... Auf halber Strecke genossen wir den traditionellen Gipfelwein. Alle hatten ein breites Grinsen im Gesicht und das nicht aufgrund des Weines! Weiter ging die Abfahrt bei perfektem Powder! Zurück am Auto trafen wir Dan, der von seinem Spaziergang mit den Eiskletterern berichtete. Den gemeinsamen Abschluss machten wir in einem nahegelegenen Restaurant und blickten auf eine wunderbare Genuss-Tour mit 1250 Höhenmeter zurück. Besten Dank an Armin für die Organisation und Führung dieses tollen Ausflugs!

Um 16:00 Uhr waren wir zurück an der Stopbox. Wir fanden alles so vor, wie wir es verlassen hatten: Hochnebel, leichter Schneefall und Daniels Skischuhe, die einfach nicht mit wollten an die Sonne... Nur wir sieben hatten immer noch ein Grinsen im Gesicht!