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Bikewochenende Livigno

Fred 02.07.2016

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Acht erwartungsfrohe, trailhungrige Biker machten sich am Freitag in der Früh auf den Weg Richtung Berge. Die beim Aufladen der Bikes angeregte Idee, aus wettertechnischen Gründen das Programm der beiden Tage umzukehren, wurde durch unseren umsichtigen Touroperator Christoph Herberth während der Anfahrt bestätigt. Nach flotter Anreise in Livigno angekommen verspeiste die bestens gelaunte Truppe noch zügig ein «Light»-Sandwich und los ging das bergige Abenteuer. Ein kurzes Einfahren auf der Passstrasse und schon waren wir auf dem Schotter unterwegs. Unsere Beine kurbelten bestens, derweil sich die Lungen an der dünnen Luft rascher bemerkbar machten. Beruhigt stellen wir aber fest, dass das Pfeifen von den vielen nervösen Munggen stammte und nicht aus unseren stark beanspruchten Organen hervorjapste. Unter dem Tempodiktat von Joe kraxelten wir mit geschulterten Bikes die steilsten unfahrbaren Hänge hinauf und fanden uns auf den ersten Schneefeldern wieder. Auf 2`600müM zogen wir Windwesten über und stürzten uns den steil abfallenden, verblockten Singletrail hinunter und liessen unser Gefährt ab und an schon mal selbst den Fahrweg bestimmen. Jeder Biker weiss, nach dem runter geht`s wieder rauf. Das Val Viola sog die Körner in den Oberschenkel nach und nach weg. Was dann aber kam war richtig cool. Vom schröppig, technischen Downhill fliessend in flowigen Alpentrail übergehend düsten wir die «sackgeile» Abfahrt hinunter. So schmeckte dann die Gerstensuppe auf der Alphütte bei wärmenden Sonnenschein äusserst lecker. Joe liess beim zügigen Aufstieg wohl schon zu viel Energie und musste sich beim Sonnenschirm aufspannen wacker anstrengen und sogar die Benimmregeln ausser acht lassen! Zu fortgeschrittener Zeit blochten wir mit horendem Tempo talwärts Richtung Poschiavo. Rasch einen kleine Schwarzen genehmigt bestiegen wir die RhB bergwärts und erreichten um ca. 18.00Uhr den Ospizio Bernina. Der anschliessend folgende, knackige Aufstieg bei mystischer Abendstimmung vor beindruckender Bergkulisse forderte unsere letzten Kraftreserven. Die folgende Abfahrt belohnte dann unsere Bikerherzern. Technische Partien, Spitzkehren, flowige Wiesentrails die wir im High-Speedbereich hinunterdüsten.  Die vielen Bachdurchquerungen wurden teilweise benutzt um den Mitbiker auf die bevorstehende Dusche vorzubereiten, gell Röbi! Bei der späten Ankunft im Hotel spiegelten die strahlenden Gesichter einen sensationell gelungenen Bikertag wieder. Rasch die extrem strapazierten Sportgeräte versorgt und ab zum Z`nacht.

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Früh geweckt vom Vogelgezwitscher ging`s am Samstag nach dem Frühstück an den Radverlad auf die beiden Autos. Erste Regentropfen verhiessen nichts Gutes. Auf der Überfahrt ins Engadin setzte der Regen richtig ein. Beim Kaffeehalt in Pontresina wurde der Niederschlagsradar aufmerksam verfolgt und ein regenfreies Fenster herbeigesehnt. Zur Überbrückung stellten wir uns noch kurz an die Strecke des Engadin-Bike-Giro und feuerten die durchnässten Teilnehmer lautstark an. Der Zufall wollte es das exakt während diesen wenigen Minuten doch tatsächlich unsere beiden Team-Top-Cracks, Martin Hagmann und Chrigel Müller, die Stelle passierten und mit einer unüberhörbaren Wilener-Bike-Welle begleitet wurden. Genial! Sodann war unser Sonnenfenster für unser Piz Nair-Abenteuer bereit. Zeit sparen – Bergbahn benützen und die ersten 600Höhenmeter sind geschafft. Die restlichen Rampen bis 2`700m hatten es dennoch in sich und forderten unsere Oberschenkel und Atemorgane. Ab jetzt geht`s nur noch runter! Das wollte jeder von uns hören! Von den vielen kleinen, giftigen Rampenanstiegen haben die Wissenden geschwiegen! Anfangs noch durch Schneefelder die an das Fahrkönnen hohe Ansprüche stellte und Christoph veranlassten die Schwerkraft zu prüfen. Er musste schlussendlich feststellen, dass es viel einfacher ist wenn das Bike unten und der Biker oben ist. Denn umkehrt fühlt man sich wie ein Käfer auf dem Rücken. Röbi seinerseits verliess vor dem Bach fluchtartig sein Radl und versuchte es diesmal mit einem Hecht in den Bach. Und siehe da, er ertauchte sich doch glatt seinen vorbeischwimmenden Getränkebidon. Abgekühlt rauschten wir die letzten, spannenden Passagen zu Tale und bremsten erst beim nächsten angeschriebenen Haus wieder. Bei der Zwischenverpflegung wurden die gerade erlebten Downhillabenteuer rege ausgetauscht und verinnerlicht. Zurück zum Ausgangspunkt, dem Autoparkplatz, ging`s ganz flott im Windschatten von Joe dem die Kollegen dafür dankbar waren.
Fazit: Ein geniales Bikeweekend in absolut spannender Umgebung, 2Plattfüsse, 8 müde hochzufriedene BTW-Biker und die Erkenntnis das Petrus eben doch ein Biker ist!
Ein ganz herzliches Dankeschön dem Touren Guide, Christoph Herberth, den beiden Fahrern und Tippgebern, Joe Stutz und Röbi Koch!
Sehr gerne auf ein nächstes Mal!!!                                                                                                                             
Christoph Hepp, Armin Gemperle, Röbi Gehrig, Urs Burkhalter und Schreiberling Fred Huber